Heute vorm Schlafengehen: Rotwein und Elektronik.
Der Elektronik-Adventskalender ist einfach klasse :) Und dient nebenher der Fortbildung, immerhin muss ich "Elektrizität" in diesem Jahr noch im Unterricht behandeln. :D
Wieder eine Feuertaufe, wieder ein Schrittchen auf dem Weg zur "richtigen" Lehrerin: Während ich bisher bei Elterngesprächen zwar anwesend sein durfte, aber nicht Wortführerin sein musste, hatte ich heute sieben (!) Gespräche mit Eltern alleine zu bewältigen.
Ein Kind, das mir und der Betreuungslehrerin durch Unauffälligkeit und mittlere Leistungen auffällt, macht sich einen unheimlichen Kopf über seinen Dreierschnitt und bräuchte dringend mal eine Zwei. (Aber wo soll ich die hernehmen?)
Ein Kind aus der Vierten hat daheim Nervenzusammenbrücke, weil es nicht auf die "Loserschule" (=Hauptschule) will.
Ein Kind, das vor allem dadurch auffällt, dass die Arbeitsanweisungen nicht versteht, dreimal nachfragt und dann doch etwas Falsches macht, macht den Eltern Sorgen, weil es so unsicher ist und sich nach dem Umzug noch nicht richtig zurechtfindet. Aus der 1-2er-Schülerin ist eine geworden, die im besten Falle 3er nach Hause bringt, weil hier in Bayern jede Menge Sachen verlangt werden, die sie in den letzten Jahren nicht gelernt hat.
Schulnoten sind Flittchen.
Mehrere Eltern haben sich über den Zeitpunkt der Probe beschwert, die gleichzeitig mit einer anderen zeitaufwändigen Arbeit kam. Zu Recht. Da musste ich schnell noch ein Thema fertigkriegen, weil die UV anstand. Und die Kinder müssen es ausbaden. Kacke, so was.
Zwei Kinder fühlen sich von mir ungerecht behandelt, weil ich in der letzten Zeit mehrfach Dinge, die die Kinder gerne machen, streichen musste, weil die Klasse zu bekloppt aufgedreht unruhig war. Stimmt schon, das trifft natürlich auch Kinder, die gar nichts damit zu tun haben. Ich kann total verstehen, dass bei denen dann Frust auftritt. Aber wie löse ich das Dilemma? Wo soll ich kürzen, wenn nicht am Spiel, das ich vorhatte, wenn ich alleine 5 Minuten brauche, um die Kinder dazu zu bringen, ihr Heft auf den Tisch zu legen?
"Diese zwei Jahre ziehst du durch, komme was wolle. Dann musst du nie wieder eine Schule betreten, wenn du nicht willst." Diese Abmachung, die ich am Anfang des Schuljahres mit mir selbst getroffen habe, wird zur Durchhalteparole.
Dass ich mich für talentiert, fähig und geeignet gehalten habe, diesen Beruf wirklich gut durchzuführen, kommt mir inzwischen wie eine grenzenlose Selbstüberschätzung vor.
(Morgen wird's wieder besser. Ganz sicher.)