4 Jahre
Ziemlich genau jetzt vor vier Jahren kamen wir in der Klinik an. "Das ist schlecht", meinte die Hebamme, als ich auf die Frage, wie es mir ginge, "ganz gut" antwortete. Das bedeutete nämlich: keine nennenswerten Wehen. Aber das was ich mittags gespürt hatte, war tatsächlich ein bisschen Fruchtwasser gewesen. Der Startschuss war also gegeben.
"Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:" sprach die Hebamme, "entweder du übernachtest jetzt hier und wir hoffen, dass bis morgen früh noch Wehen kommen, oder wir leiten jetzt ein und bis morgen früh hast du dein Baby." Diese Nacht alleine in einem Krankenhausbett... das konnte ich mir nicht vorstellen. Zumal mir die Hebamme wenig Hoffnungen auf Wehen machte (warum eigentlich?). Heute würde ich mich sicher anders entscheiden, aber damals fand ich es die einzig richtige Entscheidung für mich, loszulegen mit der Geburt.
Damit ging sie also los, die Krankenhausmaschinerie mit abwechselndem Wehentropf und Wehenhemmer, PDA und schließlich, als das Töchterchen immer noch nicht recht ins Becken rutschte, der Vorbereitung zum Kaiserschnitt. Ich weinte während der Vorbereitungen Rotz und Wasser. Eine natürliche Geburt wollte ich. Im Wasser vielleicht. Möglichst ohne Schmerzmittel. Gemütlich, mit der Hebamme, die ich mir vorher ausgesucht hatte, der ich vertraute und die die ganze Zeit dabeibleiben würde.
"Oh, Sie haben eine Wehe? Naja, Sie können ja nebenbei zuhören", meinte die liebreizende und einfühlsame Ärztin, die mich über die Risiken eines Kaiserschnitts aufklärte. Ich habe kein Wort verstanden und hätte in dem Moment alles unterschrieben.
Auf dem Weg zum OP verwandelte sich meine Trauer und Erschöpfung in Panik. Die Lichter im Gang, die über mich hinwegzogen, dieses Bild, das man aus Arztserien kennt, flößte mir absoluten Horror ein. Dazu dieser Aufruhr um mich herum, die Schmerzen und die Ungewissheit, wie nun eigentlich alles ablaufen würde. Der Liebste war weit und breit nicht zu sehen, er machte sich fertig, um gleich mit dem Arzt in den OP kommen zu können. Daran, dass ich jetzt bald mein Baby haben würde, konnte ich in diesem Moment gar nicht denken. Ich fühlte mich nur ausgeliefert und hatte wahnsinnige Angst.
Die PDA lag ja schon, daher war die Betäubung zum Glück kein größerer Akt mehr. Ich lag fix und fertig, weinend und zitternd, auf dem OP-Tisch, alles wartete nur noch auf den Arzt, als plötzlich noch mehr Gewusel um mich herum losging. "Deinem Kind geht es nicht so gut", meinte die Hebamme auf meine Frage, der Arzt kam hereingerannt und begann ohne Umschweife in Windeseile mit dem Kaiserschnitt, was mir eine recht große und vor allem total schiefe Narbe einbrachte (was mich überhaupt nicht gestört, hinterher aber Hebammen und Ärzte immer wieder in Erstaunen versetzt hat. Der hatte es wohl wirklich eilig...).
Ein leises Quaken war zu hören, das ich nicht richtig einordnen konnte. "Hörst du das?" fragte die Hebamme, "das ist dein Baby!" Ganz kurz wurde ein kleines dunkelhaariges Etwas an mir vorbeigetragen, dann war das Töchterchen schon wieder weg.
Der Liebste kam jetzt auch herein und genoss einen exklusiven Blick in meine offene OP-Wunde. Zum Abhängen hatte sich keiner die Zeit genommen. Ich schickte ihn hinter dem Töchterchen her, so klar war ich plötzlich wieder und das war das einzig Wichtige.
Ein paar Minuten später wurde mir mein Baby gebracht und ans Gesicht gelegt. Sehen konnte ich fast nichts, sie hatten mir vor dem OP ja die Brille abgenommen. Aber spüren konnte ich es. Die weiche Haut an meiner Wange. Mein Baby!
Herzlichen Glückwunsch zum vierten Geburtstag, Töchterchen!
(Vier Jahre schon! Und erst.)
"Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:" sprach die Hebamme, "entweder du übernachtest jetzt hier und wir hoffen, dass bis morgen früh noch Wehen kommen, oder wir leiten jetzt ein und bis morgen früh hast du dein Baby." Diese Nacht alleine in einem Krankenhausbett... das konnte ich mir nicht vorstellen. Zumal mir die Hebamme wenig Hoffnungen auf Wehen machte (warum eigentlich?). Heute würde ich mich sicher anders entscheiden, aber damals fand ich es die einzig richtige Entscheidung für mich, loszulegen mit der Geburt.
Damit ging sie also los, die Krankenhausmaschinerie mit abwechselndem Wehentropf und Wehenhemmer, PDA und schließlich, als das Töchterchen immer noch nicht recht ins Becken rutschte, der Vorbereitung zum Kaiserschnitt. Ich weinte während der Vorbereitungen Rotz und Wasser. Eine natürliche Geburt wollte ich. Im Wasser vielleicht. Möglichst ohne Schmerzmittel. Gemütlich, mit der Hebamme, die ich mir vorher ausgesucht hatte, der ich vertraute und die die ganze Zeit dabeibleiben würde.
"Oh, Sie haben eine Wehe? Naja, Sie können ja nebenbei zuhören", meinte die liebreizende und einfühlsame Ärztin, die mich über die Risiken eines Kaiserschnitts aufklärte. Ich habe kein Wort verstanden und hätte in dem Moment alles unterschrieben.
Auf dem Weg zum OP verwandelte sich meine Trauer und Erschöpfung in Panik. Die Lichter im Gang, die über mich hinwegzogen, dieses Bild, das man aus Arztserien kennt, flößte mir absoluten Horror ein. Dazu dieser Aufruhr um mich herum, die Schmerzen und die Ungewissheit, wie nun eigentlich alles ablaufen würde. Der Liebste war weit und breit nicht zu sehen, er machte sich fertig, um gleich mit dem Arzt in den OP kommen zu können. Daran, dass ich jetzt bald mein Baby haben würde, konnte ich in diesem Moment gar nicht denken. Ich fühlte mich nur ausgeliefert und hatte wahnsinnige Angst.
Die PDA lag ja schon, daher war die Betäubung zum Glück kein größerer Akt mehr. Ich lag fix und fertig, weinend und zitternd, auf dem OP-Tisch, alles wartete nur noch auf den Arzt, als plötzlich noch mehr Gewusel um mich herum losging. "Deinem Kind geht es nicht so gut", meinte die Hebamme auf meine Frage, der Arzt kam hereingerannt und begann ohne Umschweife in Windeseile mit dem Kaiserschnitt, was mir eine recht große und vor allem total schiefe Narbe einbrachte (was mich überhaupt nicht gestört, hinterher aber Hebammen und Ärzte immer wieder in Erstaunen versetzt hat. Der hatte es wohl wirklich eilig...).
Ein leises Quaken war zu hören, das ich nicht richtig einordnen konnte. "Hörst du das?" fragte die Hebamme, "das ist dein Baby!" Ganz kurz wurde ein kleines dunkelhaariges Etwas an mir vorbeigetragen, dann war das Töchterchen schon wieder weg.
Der Liebste kam jetzt auch herein und genoss einen exklusiven Blick in meine offene OP-Wunde. Zum Abhängen hatte sich keiner die Zeit genommen. Ich schickte ihn hinter dem Töchterchen her, so klar war ich plötzlich wieder und das war das einzig Wichtige.
Ein paar Minuten später wurde mir mein Baby gebracht und ans Gesicht gelegt. Sehen konnte ich fast nichts, sie hatten mir vor dem OP ja die Brille abgenommen. Aber spüren konnte ich es. Die weiche Haut an meiner Wange. Mein Baby!
Herzlichen Glückwunsch zum vierten Geburtstag, Töchterchen!
(Vier Jahre schon! Und erst.)
Stjama - 21. Sep, 19:53
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Abraxa - 21. Sep, 20:29
alles gute auch von uns dreien an die kleine Maus *knuddel* Was war das für eine Aufregung damals :) man gut, dass L. zumindest ein paar Infos hatte und wir so wussten, dass wir an euch denken müssen
katha (Gast) - 22. Sep, 15:40
herzlichen glückwunsch =)
*seufz* bei jedem geburtstag merkt man mal wieder, wie die zeit rennt... und rennt... und die babys werden auch schon große kinder *riesenseufz*
*seufz* bei jedem geburtstag merkt man mal wieder, wie die zeit rennt... und rennt... und die babys werden auch schon große kinder *riesenseufz*
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