Donnerstag, 15. April 2010

Morgen dann

eine Premiere im töchterlichen Leben, die gerne noch ein paar Jahrzehnte hätte warten dürfen: die erste OP.

Es ist nur eine Kleinigkeit, die Polypen müssen raus und die Trommelfelle eröffnet werden. Wir sind sehr froh, dass da jetzt endlich was passiert, es ist wirklich dringend nötig und die einzige Chance, um eventuell noch die Mandeln zu retten. Wir haben auch das Gefühl, in der Praxis, in der operiert wird, gut aufgehoben zu sein. Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach schon drei oder vier Stunden nach Erscheinen in der Klinik wieder zu Hause sein. Und überhaupt sollten wir uns wahrscheinlich nicht so anstellen, andere Kinder werden im Säuglingsalter am offenen Herzen operiert.

Aber trotzdem lassen sich die Sorgen jetzt nicht mehr ganz wegschieben. Wie gut oder schlecht wird es ihr gehen? Machen die Ärzte ihre Sache gut? Wird sie die Narkose gut vertragen? Und manchmal schleicht sich auch der undenkbare Gedanke nach vorne, was wäre wenn...

Und ich übe mich in Vertrauen.

Dienstag, 13. April 2010

Verdrängen

Ein Bericht über die Kommunion, die wir am Sonntag besucht haben, steht noch aus. Außerdem Gedanken über religiöse Erziehung, ein mittelschöner Bericht aus dem Kindergarten und noch so einiges andere.

Aber wenn ich damit beschäftigt bin, mich vor dringender Arbeit zu drücken, komme ich zu gar nichts.

Bin gerade fertig geworden mit der Unterrichtsvorbereitung für morgen. Und das ist echt Rekordzeit, wenn man bedenkt, dass ich erst um 22 Uhr angefangen habe.

Samstag, 10. April 2010

Wettspielchen

Der Titelverteidiger trat in bester Position an: Er brachte zu Beginn des Wettkampfes schon Osteoporose mit, ein geschädigtes Herz und einen vor einem Jahr behandelten Blasenkrebs.

Seine Herausfordererin hatte dagegen bisher nur Bluthochdruck vorzuweisen. Sie würde also gut nachziehen müssen.

Der Titelverteidiger startete den Entscheidungskampf vor zwei Wochen mit einer Operation: ein neues Knie. Gute Chancen auf einen Sieg, würde ich sagen!

Die Herausfordererin setzte einen heftigen Herpesausschlag am Arm dagegen, der verhinderte, dass sie den Titelverteidiger im Krankenhaus besuchen konnte, woraufhin dieser mit einem schlimmen (und bisher erst einmal vor 10 Jahren aufgetretenen und deshalb vorläufig unerkannten) Gichtanfall konterte und als Kür schlechte Beratung und Behandlung von seiten des Krankenhauspersonals mit ins Rennen nahm.

Schlechte Karten für die Herausfordererin, wenn ihr mich fragt! Wenige Tage schien es, als hätte der Titelverteidiger im Kampf um den Titel der kranksten Person der Familie mal wieder klar gewonnen, da setzte die Herausfordererin eine Verletzung am Daumen dagegen. Möglicherweise schaffte sie sogar einen Bruch oder einen Bänderriss, die genauen Fakten müssen noch geklärt werden, aber es sieht vielversprechend aus! Um den Titelverteidiger gar nicht erst zum Zug kommen zu lassen, legte sie außerdem noch eine schlimme Knochenentzündung an einem frisch gezogenen Zahn drauf, die durch ihre besondere Schmerzbelastung Extrapunkte verdient.

Es bleibt spannend! Was wird sich der Titelverteidiger als nächstes einfallen lassen?

Mann, Mama und Papa, es ist jetzt mal gut!

(Nein, meine Eltern sind keine Hypochonder und tragen diesen Wettstreit auch nicht wirklich aus. Trotzdem: *argh*!!!!!!!1elf)

Donnerstag, 8. April 2010

Die Kiiiebel

Als ich vom Kindergarten heimkomme (wo ich seit drei Tagen ein fröhliches, nicht weinendes Kind abgebe, halleluja!), sitzt die Vermieterin im ewig gleichen blauen Bademantel an ihrem Schlafzimmerfenster im Erdgeschoss.

Ich grüße und merke sofort an ihrem Tonfall, dass wir sie mal wieder mit irgendwas verärgert haben. Und wirklich: Kaum bin ich im Treppenhaus, geht ihre Tür auf.

"Frau Stjama, was wolln Se denn mit die Kiiiebel im Treppenhaus?" (Vor unserer Wohnungstür stehen seit ein paar Tagen Farbeimer, die noch in den Keller müssen.) Ihr Tonfall, mit dem sie "Kiiiebel" ausspricht, zeigt höchste Alarmstufe an. Ein falsches Wort und wir sind wochenlang erbitterte Feinde. "Die müssen nur in den Keller", sage ich freundlich, während ich die Treppe weiter hochgehe. Bloß nicht in ein längeres Gespräch verwickeln lassen! "Die müssen Se runterbringen!" "Jaja, machen wir." "DIE will ja auch mal das Treppenhaus runterwischen!"

Lassen Sie mich also zusammenfassen: DIE, also die Nachbarin von oben drüber, wischt das Treppenhaus nicht, weil ein Viertel Quadratmeter direkt neben unserer Wohnungstür vollsteht? Meine Güte, da ist der Fußabtreter größer und den hat sie noch nicht ein einziges Mal zum Putzen beiseitegelegt. Und statt dass sie auf dem Weg nach unten mal kurz bei uns klingelt und uns bittet, die Kiiiebel wegzuräumen, geht sie bei der Vermieterin petzen?

Blöde Kuh, blöde.

Weils schön ist :) 3

Es gab doch eine Menge schöner Sachen in der letzten Zeit. Die wichtigsten:

- Ferien!!! Es ist unglaublich, wie gut es tun kann, mal auszuschlafen, sich den Tag ein Stück weit selbst einteilen zu können und mal andere Gedanken zulassen zu können als "Wie mache ich den Unterricht morgen?"

- Ostern bei meinen Eltern war wie üblich schön :) (Auch wenn wir darauf hätten verzichten können, dass meine Mutter sich beim Rumblödeln auf dem Spielplatz am Daumen verletzt. Die Stunden im Krankenhaus hätten jetzt nicht unbedingt sein müssen.)

- Besonders schön und lustig: Nach zwei Bier einen Abendspaziergang mit dem Liebsten und meinen beiden Brüdern. Der Spaziergang endete am Spielplatz, auf dem wir eine ganze Weile rumalberten und feststellten, dass wir uns genauso benehmen, wie die Jugendlichen, über die wir uns sonst manchmal aufregen. Okay, ohne Rauchen, Kiffen, Dingezerstören und Müllwegwerfen ;) Zwischendurch kam mir der Gedanken, dass ich so was hier zu Hause nie mehr machen könnte, weil die Gefahr, dass jemand die Frau Lehrerin bei so was sieht, viel zu groß wäre. Umso mehr habe ich es dort genossen.

- Der Freizeitpark hier in der Nähe hat wieder offen und wir haben uns sofort am ersten Tag wieder ein Saisonticket für alle drei geholt. Wenn man so was quasi vor der Haustür hat und das Töchterchen es heiß und innig liebt, dann muss man es doch nutzen, oder? :)

- Der Termin für meine nächste (und für dieses Jahr letzte) UV wurde verlegt: Vom 29.4. auf den 5.7. Mir wurde also spontan eine ganze Menge Stress abgenommen :) Bis dahin hat sich einiges an Papierkram, den ich jetzt mühsam machen müsste, von selbst erledigt. Hurra!

- In drei Wochen fahre ich eine Woche mit dem Seminar auf "Freizeit". Ich bin sicher, das wird klasse, davon abgesehen, dass dabei auch eine ganze Woche Unterricht für mich ausfällt ;) Ich werde dort für die anderen eine Kräuterwanderung machen :) Doch, ich freu mich drauf :)

Dienstag, 6. April 2010

Träume

"Träume sind Schäume."

Auch wenn die meisten Sprichwörter durchaus etwas Wahres enthalten oder manchmal sogar voll ins Schwarze treffen, halte ich diesen Spruch für absoluten Humbug.

Träume beeinflussen mich oft ziemlich stark. Manche Träume lassen mich den ganzen Tag so ein bisschen schweben. Andere sind einfach aufregend und geben mir einen wunderbaren Energieschub mit in den Tag. Manche schubsen Gedankengänge an, die mich zu einer interessanten Erkenntnis bringen.

Und dann gibt es noch solche wie heute, die mich völlig verstört und wie gerädert in den Tag schicken.

Ich bekam von meiner Betreuungslehrerin ein Zeugnis. Ein Grundschulzeugnis der dritten Klasse. In Deutsch und Kunst, also zwei Fächern, die ich selber unterrichte, hatte ich eine Fünf und war völlig verzweifelt, dass ich nicht einmal den Stoff der dritten Klasse hinkriege. Ich dachte hin und her und fühlte mich immer ungerechter behandelt. In der Pause (in der ich eigentlich Pausenaufsicht hatte) verkrümelte ich mich in den Pausenhof meines alten Gymnasiums, das direkt nebenan war. Ich traf jede Menge alte Klassenkameraden, die zwar selbst schon Kinder hatten, aber trotzdem noch immer zur Schule gingen. So wie ich. Als ich noch mit ihnen quatschte, rief mich mein Schulleiter wieder nach drüben, weil die Pause längst zu Ende war und ich meine Pflichten total vergessen hatte.

Nein, dieser Traum wundert mich kein bisschen.

Sonntag, 4. April 2010

Lektion zu lernen

Da hat jemand Gicht (zusätzlich zu einer recht frischen Operationswunde) und fürchterliche Schmerzen. Ich weiß mehrere Pflanzen (und habe sie auch zur Hand), die mit hoher Wahrscheinlichkeit Linderung bringen würden, zumindest um die Zeit bis Dienstag zu überbrücken, bis man wieder normal zu einem Arzt gehen kann. Und was macht er? Meckert rum, weil es nicht lecker schmeckt und nimmt es deshalb nicht beziehungsweise nur in winzigen Dosierungen. Grrrr.

Und ich muss lernen zu akzeptieren, dass Leute auch das Recht haben, ihre Krankheit behalten zu wollen. Keine leichte Lektion.

Donnerstag, 1. April 2010

März-Rückblick

Ich habe gerade beim Rubinengel eine schöne Form des Monatsrückblicks gesehen und gleich (leicht verändert) entführt :)

GELESEN: Hanni und Nanni (immer meine bevorzugte Lektüre, wenn mein Kopf voll ist und ich Sehnsucht nach einer Welt habe, in der das Verruchteste eine Mitternachtsparty mit Würstchen und Limonade ist)

GEHÖRT: In erster Linie Van Canto (A capella-Metal, einfach genial, gesanglich von sehr hoher Qualität und unbedingt zu empfehlen), Eric Fish (ich liebe die Stimme und die Texte) und (wiederentdeckt) die Musik zu den Elfquest-Comics: Wolfrider's Reflections.

GESEHEN: eineinhalb Staffeln Babylon 5

GETRUNKEN: Saftschorlen, Leitungswasser, Schwarz- und Kräutertee, den allerersten frischen Brennnesseltee, Sekt nach der UV und Grosch-Bier (danke, Bruderherz, fürs Mitbringen!)

GEGESSEN: viel zu viele Süßigkeiten und insgesamt zu viel zur Stressbewältigung

GEKOCHT:altbekannte Sachen, die schnell gehen und das Kinderherz erfreuen (wenn es nach dem Töchterchen geht, dürfte ich nur Spaghetti mit Hackfleischsoße, Nudeln mit Tomatensoße und Pfannkuchen kochen ;) )

GEFREUT: darüber, dass endlich der Frühling da ist! Ich kann gar nicht sagen, wie ich ihn vermisst habe!

GELACHT: weniger, als ich mir wünschen würde.

GEÄRGERT: über vorpubertäre Schulkinder und über eine saudoofe Aktion im töchterlichen Kindergarten (wieder geklärt, aber trotzdem doof. Wir werden in Zukunft deutlich mehr Präsenz zeigen müssen und ganz regelmäßig Elterngespräche einfordern.)

GESORGT: über Papa, der mit einer Knie-OP im Krankenhaus liegt und tagelang sehr große Schmerzen hatte und über das Töchterchen, das schon wieder dauernd krank war (hoffentlich ist sie zum OP-Termin in zwei Wochen gesund!)

GEKNIPST: ich glaube, gar nichts. Asche auf mein Haupt.

GEKAUFT: einen Stepper, gestern.

GESPIELT: mit dem Töchterchen. Für mich stünde auch mal wieder Spielen an. Noch ca. 6 Wochen bis zum ersten LARP dieses Jahr.

GEFEIERT: die Tag-und-Nacht-Gleiche, meine UV und den Abschluss von zwei größeren Aufträgen beim Liebsten

GESCHAFFT: endlich etwas für meine Dauerbaustelle Rücken unternommen und dabei einen tollen Heilpraktiker gefunden; außerdem: die UV :D

GEDACHT: Was sind meine Alternativen zur Schule, wenn das Ref rum ist?

Mittwoch, 31. März 2010

Wie das mit der UV war...

Ihr wolltet gerne wissen, wie meine Schaustunde genauer gelaufen ist. Aber bitte doch :)

Ich hatte für das Wochenende vor der UV (sie war am Dienstag) noch sehr viel Arbeit übrig. Die Stunde stand im Großen und Ganzen gedanklich - das Schwierigste ist immer, bis der Ablauf klar ist, finde ich (Das Allerschwierigste, das ich aber immer unterschätze, ist das Festlegen der ganzen kleinen Details, die zwar wahnsinnig unwichtig sind, letzten Endes aber trotzdem über Erfolg oder Nichterfolg entscheiden können.) - aber die schriftliche Ausarbeitung (ca. 10 Seiten plus Anhang) und eine Menge Detailarbeit (s.o.) stand noch aus.

Was kommt da gelegener als eine deftige Erkältung? Ein paar Tage hatte sie sich schon angekündigt und am Freitag wurde es plötzlich von Stunde zu Stunde schlimmer. Der Heilpraktiker zog besorgt die Stirn in Falten und war sich ziemlich sicher, dass ich am Wochenende nicht arbeiten, sondern im Bett liegen würde. Er zog trotzdem alle Register und ich verließ ihn mit der Aussage, es würde schon alles klappen. Samstag Vormittag war ich dann wirklich ganz schön am Ende, mir wurde immer nach einer Weile schwindelig und ich wankte vom Bett an den Schreibtisch und wieder zurück. Trotzdem - ich wunderte mich selber - war ich absolut guter Dinge. Würde schon alles klappen. Ich bin überzeugt, dass das den Ausschlag gegeben hat, dass es am Nachmittag plötzlich wieder aufwärts ging. Am Abend hatte ich zwar natürlich noch Husten und Schnupfen, fühlte mich aber ansonsten wieder topfit.

Die Gelassenheit blieb, erstaunlicherweise. Ich schrieb und dachte und laminierte und schnitt und änderte und dachte neu und schrieb um und änderte und schrieb. Am Montag um 21 Uhr war schließlich alles komplett fertig. Ich auch. Aber ich war mit der Stunde im Reinen, so im Großen und Ganzen.

Blieb nur noch die Gefahr, wie sich die Kinder benehmen würden. Aber sie hatten von der Klassenleiterin eine Predigt darüber bekommen, wie man sich verhält, wenn Gäste da sind und waren mit der Aussicht auf zusätzlichen Sportunterricht bestochen worden. Außerdem würde sie selbst mit anwesend sein und ich hoffte, die 13 anderen Zuschauer würden die Kinder auch ein bisschen beeindrucken. (Übrigens: Könnt ihr euch vorstellen, was es für Schwierigkeiten mit sich bringt, in ein Klassenzimmer 14 zusätzliche Stühle zu packen, die so stehen müssen, dass man sich mit den Kindern trotzdem noch bewegen kann?)

Ein Stück weit war es auch so. Die Kinder waren deutlich besser zu handeln als sonst. Schäfchen waren sie trotzdem nicht. "Wow, man merkt, dass es in der Klasse auch anders zugehen kann", war die einhellige Meinung. Von ein, zwei kleineren Zwischenfällen abgesehen, lief die Stunde ziemlich gut, fand ich.

Die Nachbesprechung brachte dann das gleiche Ergebnis: Perfekt war es nicht, aber ich glaube, das gibt es auch gar nicht, schon gar nicht in dieser Phase der Ausbildung. Aber es war gut. Alles Grundlegende war da, die Stunde war laut Seminarleiterin gut durchdacht, es waren einige sehr gute pädagogische Kniffe darin, ich bin gut mit den Kindern umgegangen, habe so geplant, dass Störungen von vorneherein weitgehend verhindert wurden, habe einen guten Lerneffekt bei den Kindern erzielt, war mutig, weil ich die Kinder doch recht frei habe arbeiten lassen, obwohl die Klasse nicht leicht ist.

Kritisiert wurde, dass noch ein oder zwei Stunden vorweggehen hätten sollen (deutsche Grammatik kann ganz schön schräg sein ;) ), weil die Kinder Fehler gemacht haben, die einen noch größeren Lernerfolg verhindert haben und denen man hätte vorbeugen können. Ich hätte die Kinder genauer lenken sollen, was den Arbeitsort angeht, weil sie sich teilweise Plätze gesucht haben, an denen sie zu wenig Platz zum Arbeiten hatten. Außerdem hätte ich in der abschließenden Reflexion noch etwas mehr herausholen können. Okay, kann ich alles gut nachvollziehen und hinnehmen.

Ich hatte aber den Eindruck, dass diese Dinge nicht so schwer gewogen haben wie die, die gut gelaufen sind. So habe ich es auch selbst empfunden und meine Betreuungslehrerin auch. Den Stein, der mir vom Herz gepurzelt ist, könnt ihr euch vielleicht vorstellen :) Wieder ein Schritt geschafft! Noch zwei Stunden Ende April (diesmal nur vor der Seminarleiterin) und dann bin ich damit für dieses Jahr durch.

Ein bisschen vom Unterricht wurde übrigens auf Video aufgenommen. Ich habe mich bisher aber noch nicht getraut, es mir anzuschauen ;)

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